Iran-Symposium Textilmaschinen mit Rekordbeteiligung

27.04.2015 | id:7848841

Über 1.100 Entscheidungsträger der iranischen Textil- und Teppichindustrie sowie 36 führende Textilmaschinenbauer und Zubehörhersteller nahmen vom 21. bis 22. April 2015 in Teheran an einem Textilmaschinensymposium des Fachverbands Textilmaschinen teil.

Das gute Timing und die Tatsache, dass dies die erste deutsche Veranstaltung dieser Größenordnung seit 10 Jahren im Iran war, haben ebenfalls zu der starken Resonanz beigetragen. Der Ansturm der Besucher zeichnete sich bereits im Vorfeld ab. Die Veranstaltung wurde von der Fachverbandsvorsitzenden Regina Brückner und dem deutschen Botschafter Michael von Ungern-Sternberg eröffnet. Frau Golnar Nasrollahi (General Manager of Textile & Garment Department, Ministry of Industry) betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung des After-Sales-Service deutscher Maschinenbauer im Iran sowie das ambitionierte Ziel der Regierung, den Export der derzeit stark am Binnenmarkt orientierten Textilindustrie zu fördern. Die iranische Textil-, Teppich- und Bekleidungsindustrie beschäftigt ca. 1 Mio. Menschen und exportiert derzeit Textilien und Teppiche im Wert von 1 Mrd. US$. Diese Summe soll in den nächsten Jahren auf 2 Mrd. US$ wachsen.

Die Entscheidungsträger der Textil- und Teppichindustrie haben das Symposium mit großem Interesse aufgenommen. Sie sind dringend auf der Suche nach Potentialen zur Optimierung ihrer zumeist alten Anlagen. Viele der Anlagen stammen aus aufgelösten oder insolventen Betrieben aus verschiedensten, zumeist europäischen Ländern. Selbst die Versorgung mit Ersatzteilen der bestehenden Anlagen ist sehr schwierig, da viele Teile als Dual-Use-Teile gelten, obwohl sie eindeutig für die Wiederinstandsetzung der alten Anlagen gebraucht werden. So nutzten die Besucher insbesondere die B2B Matchmaking Area, um mit den deutschen Firmenvertretern direkt ins Gespräch zu kommen und ihre konkreten Projektideen intensiv besprechen zu können.

Die Aussichten für die deutschen Textilmaschinenbauer sind gut. Bereits 2014 sind die deutschen Textilmaschinenexporte in den Iran um rund 170 % auf 37 Mio. EUR gestiegen, allerdings ist in den letzten Jahren auch der Wettbewerb z. B. aus China stärker geworden.  Die Investitionen in der Vergangenheit gingen stark in den Bereich der Spinnerei, aber sowohl die Kunden als auch das Industrieministerium haben verstanden, dass man durch zusätzliche Fertigungsschritte den Wert der textilen Endprodukte deutlich steigern kann und damit Chancen für zusätzliche Beschäftigung und höhere Exportwerte schafft. Viele der anwesenden Firmenvertreter sehen nach der Veranstaltung ein deutlich größeres Potential im Iran als vorher. Allerdings sind viele zunächst damit beschäftigt, eine Lösung für die Abwicklung der Zahlungsströme zu finden. Leider sind die Banken selbst mit der Abwicklung von Überweisungen direkt aus dem Iran sehr kritisch, fast unmöglich wird es mit der Abwicklung von L/C´s. Der VDMA hat sich in einer Pressemeldung deutlich dafür ausgesprochen, dass sich die Banken nach der politischen Grundsatzeinigung wieder dem ganz legalen Iran-Geschäft zuwenden sollten, um den Mittelstand zu unterstützen.

Links
Warten auf die Deutschen (Welt am Sonntag)
Mazanne (nur persisch)
Othagnews (nur persisch)
Iran Textile Specialist Association (nur persisch)
Behsamanagers (nur persisch)
Islamic Republic News Agency (englisch)

 

Bildquelle : VDMA

Waldmann, Thomas
Waldmann, Thomas
Datei-Anhänge:
Presselinks zum Iran-Symp...

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